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Forst-Mitte wird Ganztagsschule

 

Die Schüler der Grundschule in der Max-Fritz-Hammer-Straße

werden nach den Sommerferien auch nach Unterrichtsschluss betreut und können zwischen verschiedenen Bildungsangeboten wählen.

Forst. Die Grundschule Forst-Mitte wird ab dem Schuljahr 2005/06 eine Ganztagsschule. Ein entsprechender Antrag auf eine so genannte «Verlässliche Halbtagsschule, Hort und ergänzende Angebote» wurde jetzt vom Potsdamer Bildungsministerium genehmigt. Fast zwei Jahre lang hatten die Forster Pädagogen an dem Konzept gearbeitet. Zwei Fördermittelanträge mit einem Volumen von 520 000 Euro haben nach Angaben des städtischen Schulamtes gute Chancen, genehmigt zu werden. Nach Angaben von Schulleiterin Gudrun Goetzkibekomme die Schule ein ganz neues Profil. Die Neukonzeption der Grundschule sei eine «Mosaikaufgabe» , sagte Gudrun Goetzkigestern. Die Schule werde in Zukunft eine Menge Bildungsangebote miteinander verknüpfen. Um das Programm für die Schüler zu erweitern und ihnen an drei Tagen in der Woche einen Aufenthalt in der Schule bis 15.30 Uhr zu ermöglichen, sind bereits 14 Kooperationsverträge mit Vereinen, öffentlichen Einrichtungen und Einzelpersonen abgeschlossen worden, so Goetzki. Die Lehrer werde damit durch «kompetente Partner» unterstützt. Ein Honorarfonds wird dafür zur Verfügung stehen.
Neues Profil gewinnen
Die Schule will sich vor allem in den Bereichen Sport, Kreativität und Sprache weiter profilieren. So wird es nach den Sommerferien für die Schüler der sechs Jahrgangsstufen jeweils nach Unterrichtsschluss Angebote wie Tennis, Tischtennis, Tanzen, Fußball, Schulfunk, Handwerk, Computer, Natur und Umwelt sowie Sprachkurse geben. «Bei der Neuausrichtung geht es sehr stark um die Schulung einer Sozialkompetenz bei den Schülern» , sagt Gudrun
Goetzki. Die Schüler sollen die Gelegenheit bekommen, auch ihre Freizeit sinnvoll miteinander zu gestalten. Auch die Integration von Kinder von Spätaussiedlern habe man sich auf die Fahne geschrieben. Das zusätzliche Angebot von Sprachkursen sei daher wichtig. «In der Vergangenheit haben wir es schon geschafft, derart benachteiligte Kinder zu weiterführenden Schulen zu führen» , sagt Gudrun Goetzki. Das neue Konzept, an dem seit zwei Jahren gearbeitet worden war, sieht eine starke Zusammenarbeit mit dem Hort «Haus Biberstein» und der Intergrations-Kita «Mischka» vor, in die behinderte und nichtbehinderte Kinder gehen. Der Hort werde zusätzliche Räume in der Schule bekommen. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Schulleiterin Gudrun Goetzkifür ihre Schule von einer «schwierigen Personalplanung» aus. Noch rechne sie zwar damit, dass alle bisherigen Kollegen auch in der Zukunft für die Schule arbeiten und nicht versetzt werden. «Die Stellenzuweisung vom staatlichen Schulamt ist allerdings noch offen» , sagt die Pädagogin. Für die Bildungsangebote an den Nachmittagen sollen zukünftig auch die Lehrer teilweise mit eingebunden werden.
Gebäude wird saniert
Nach Angaben von Schulamtsleiter Dr. Andreas Kaiser habe die Zusage des Bildungsministeriums zur Einrichtung der Ganztagsschule die Bewilligung von Fördergeldern sehr wahrscheinlich gemacht. Mit einem Antrag über etwa 20 000 Euro solle unter anderem eine Multimedia-Bibliothek, ein Musik- und Klangraum sowie eine Kunstwerkstatt eingerichtet werden. Mit einem zweiten Fördermittelantrag über etwa 500 000 Euro soll die Schule bis Ende 2006 saniert und umgebaut werden. Dazu gehört der Umbau des Mehrzweck- und Speiseraumes im Keller, die Sanierung des Fußbodens in der Sporthalle sowie der Einbau von neuen Türen und Fenstern. Zudem müsse man auch in den Brand- und Rettungsschutz investieren. «Wir bekommen eine weitere attraktive Schule» , sagt Schulamtsleiter Kaiser. Schon mit dem Ausbau der Modellgrundschule Nordstadt an der Frankfurter Straße habe man die Schullandschaft wesentlich bereichert. Dieser Umbau zu einer multimedialen und multifunktionalen Schule werde rechtzeitig zum neuen Schuljahr fertig sein.

Foto: H.-Jürgen Hennig

Text: Bernd-Volker Brahms