Mai 2017


Die besten Vorleser beim Endausscheid in der          Stadtbibliothek


                                     Lesewettbewerb in der Schule


Schulunterricht trifft

Kunstmuseum

 

Cottbus: Dass man unter einer Kunstausstellung nicht nur hübsche Bilder versteht, die fein säuberlich an der Wand hängen und nur für ein elitäres Publikum bestimmt sind, das wissen die Schüler der sechsten Klasse der Grundschule Forst Mitte längst. Im Anschluss an das Ausstellungsprojekt "aufFORSTen" aus dem vergangenen Jahr, das beim bundesweiten Wettbewerb "mixed up" einen der vorderen Plätze erreichte, folgt nun die Ausstellung "aufFORSTen 2", die mit einer Vernissage der besonderen Art am Mittwoch im dkw eröffnet wurde.

 

                         Schulunterricht trifft Kunstmuseum

 

Mit Unterstützung der Tanzwerkstatt Cottbus verarbeiteten die Forster Grundschüler ihre Kunsteindrücke in einer eigenen Choreografie.

Das zentrale Thema der Ausstellung bildet einen interessanten Kontrast zum Vorgängerprojekt. Während dieselben Schüler 2016 ihre Ausstellung aus Exponaten des dkw zusammenstellten, die unter dem Kriterium "finden wir schön" ausgewählt wurden, gingen die Museumspädagoginnen Anke Palme und Simone Fanninger diesmal einen Schritt weiter. "Es gibt nicht nur Schönes in der Kunst", erklärt Anke Palme und enthüllt damit das entscheidende Detail für das Verständnis einer ungewöhnlichen Performance-Vernissage.

Bei drei Museumsbesuchen haben die Schüler den Werkfundus des dkw durchkämmt – auf der Suche nach Werken, die erschüttern, schockieren, empören oder erregen. Hierbei wurden Plakate, Malereien, Drucke und Fotografien berücksichtigt. Schließlich wurden elf Stücke ausgewählt, die über einen längeren Zeitpunkt im Klassenzimmer der Forster Grundschule hingen. "Es waren auch Werke, die wir im Klassenraum kaum ertragen konnten, weil sie uns alle zu sehr schockiert haben", berichtet Klassenlehrerin Doris Götze. In Diskussionsrunden und Museumsbesuchen sammelten die Schüler Eindrücke, die sie mit Tanz, Text und Musik zu einer intermedialen Aufführung verarbeitet haben, mit der auch gleichzeitig die Ausstellung eröffnet wurde. Unterstützung erhielten die Sechstklässler durch die Literaturwerkstatt und Golde Grunske von der Tanzwerkstatt Cottbus.

Neben der kreativen Arbeit lernten die Schüler zudem die komplexen Abläufe des Entstehungsprozesses einer Ausstellung kennen. Sie waren als Kuratoren tätig, die sich bei der Auswahl der Exponate auch Gedanken zur jeweiligen Bildbeschreibung gemacht haben. Neben den klassischen Daten zum Werk wurden auch die jeweiligen Assoziationen der Schüler sowie eventuelle Deutungsansätze notiert. Diese Interpretationen bilden zusammen mit den Eindrücken, die ein erwachsener Besucher von der Ausstellung gewinnt, eine spannende und völlig neue Perspektive auf aufwühlende Kunstwerke. "Wir unterschätzen Kinder viel zu oft", räumt Anke Palme ein.

Den emotionalen Höhepunkt der Ausstellung bildete die Präsentation der eigenen Werke, die von den Schülern im Kunstunterricht angefertigt wurden. An ein auf dem Boden ausgerolltes Stück Stacheldraht legen die Schüler nach und nach ihre Werke ab, die der ehemaligen Mitschülerin Kristina Novakovic gewidmet sind. Das Schicksal des serbischen Mädchens, das mit seiner Familie Deutschland im letzten Jahr wieder verlassen musste, erschütterte sowohl Schüler als auch Eltern und Lehrer. Umso ergreifender sind die Erinnerungen, die von den Forster Schülern zu Papier gebracht wurden und wie ein Mahnmal für Toleranz, Freundschaft und Integration eindrucksvoll in der Mitte des Ausstellungsraums positioniert wurden.

 

Bis zum 5. Juni ist die Ausstellung "aufFORSTen 2" im Veranstaltungsraum des Kunstmuseum Dieselkraftwerk zu sehen.

 

 Quelle: Jenny Theiler, LR

Foto: Theiler

 


Die Arbeitsergebnisse des Förderprojektes Kunst.Klasse, an dem sich unsere Schule beteiligt hat sind nun online zu sehen.

Besucht unsere Arbeiten unter: www.kunstklasse.com

Projektdokumentation, Seite 3

Unser Projekt- Video könnt ihr dort auch sehen.